FILZ

Filz beschreibt ein textiles Gewirke dessen Verbund durch ungeordnet und ungleichmäßig angebrachte Faserstoffe hergestellt wird. Bei Wollen und Tierhaaren kann man dabei auf Beimischungen verzichten, da die Stabilität und Festigkeit allein durch die Herstellverfahren des Filzen und Walken erzeugt wird.

In Nomadenvölkern werden Filze seit je her als Kleidung (Hüte oder Umhänge) oder zur Herstellung von Unterbringungsmöglichkeiten (Jurten) verwendet. Deswegen gehen Archäologen davon aus, dass Filz bereits sehr früh in der Menschheitsgeschichte in Gebrauch war. Prähistorische Funde bestätigen die Nutzung von Filzprodukten bereits 6000 Jahre vor Christus. Weiter verbreitet war die Nutzung von Filz und Filzprodukten ab ca. 1500 v. Chr.

Daraus lassen sich unterschiedliche Ursprungslegenden ableiten.

Leider stoßen Archäologen bei Ausgrabungen sehr selten auf Filzgegenstände, da Filz über hervorragende Verrottungseigenschaften verfügt. Solange uns zukünftige Analysemethoden hierzu keine weiteren fundierten Nachweise erbringen können, wird uns der Ursprung der Filzherstellung wohl weiterhin verborgen bleiben.

Ursprungslegenden

Legenden sind überlieferte Erzählungen, deren Wahrheitsgehalt durch Mythen ergänzt wurden. In den filzherstellenden Regionen und Branchen haben sie bis heute überlebt.

Im Orient erzählte man die Geschichte von einem Sohn des König Salomon ca. 10 Jahrhunderte vor Christus. Dieser war ein Hirte und während er mit seinen Tieren über das Land zog, kam ihm die Idee die Wolle der Schafe, ohne die Hilfe eines Webstuhls, zu Matten oder Teppichen zu verarbeiten. Er bemühte sich unablässig auf verschiedenste Arten die Fasern miteinander zu verknüpfen. Doch so sehr er sich auch bemühte, es wollte ihm nicht gelingen, eine feste Matte zu knüpfen. Schließlich verlor er die Geduld. Und während er bittere Tränen der Verzweiflung weinte stampfte er auf der geschorenen Wolle herum. Als er erschöpft nieder sank bemerkte er zu seiner Überraschung, dass die tränengetränkte Wolle zu einer Filzmatte verwirkt war. So hatte er doch noch gefunden was er lange versuchte.

Eine weitere Geschichte schreibt Noah, um etwas 3000 Jahre v. Chr. und der Arche Noah den Filzursprung zu. Es heißt dass die Räumlichkeiten auf der Arche derart beengt gewesen seien, dass es den Schafen neben ausreichendem Futter auch an Platz mangelte. Die vielen Tiere im Rumpf der Arche sorgten durch ihre Körperwärme für einen solchen Temperaturanstieg, dass es den Schafen bald zu heiß wurde und sie ihre Wolle verloren. Als Noah schließlich nach 40 Tagen am Berge Ararat die Tiere wieder in die Freiheit entließ, entdeckte er im Schafstall der Arche eine Filzmatte. Die Wolle der Schafe war mit dem Urin der Tiere getränkt über viele Tage hinweg von den Schafen selbst zu einer festen Matte getrampelt worden.

Dem heiligen Clemens, der auch der Schutzheilige der Hutmacher ist, wird um etwa 50 n. Chr. die Filzherstellung in einer anderen Legende zugeschrieben. Er soll einmal auf der Flucht Schafwolle in seine Sandalen gelegt haben, um die Schmerzen seiner wundgelaufenen Füße zu lindern. Statt der Wolle fand er am Abend aber Filzeinlagen in seinen Schuhen. Ähnliches wird auch den Soldaten Alexander des Großen, um 350 v. Chr. nachgesagt. Sie sollen auf Ihrem Weg über die Alpen ihre Füße in den Sandalen mit Schafwolle und oder Tierhaaren gepolstert haben, um sie gegen die Kälte auf den strapaziösen Märschen über die Berggipfel zu schützen.

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